Kurze Antwort
Die Website zeigt Portfolio, Angebot, Region und Ablauf und führt zur Anfrage. Instagram zeigt aktuelle Arbeiten und Ihre Handschrift.
Zwei Kanäle, zwei Aufgaben
Die Frage lautet oft: Website oder Instagram? Nützlicher finde ich eine andere Frage. Welche Aufgabe übernimmt welcher Kanal?
Auf Instagram können Sie aktuelle Arbeiten und Einblicke zeigen. Auf Ihrer Website können Sie Angaben zu Angebot, Region und Ablauf übersichtlich zusammenstellen. Von Instagram aus können Sie gezielt darauf verweisen.
Was auf die Website gehört
- Eine Auswahl Ihrer Arbeiten, nicht das ganze Archiv. Eine klare Reihe pro Art von Shooting ist leichter zu erfassen als eine lange Mischung.
- Ihr Angebot in eigenen Worten: Art der Shootings, Region, in der Sie arbeiten, Sprachen, in denen Sie ein Shooting begleiten können.
- Der Ablauf: Anfrage, Rückmeldung, Termin, Bildauswahl, Lieferung. Vier oder fünf Schritte genügen.
- Ein Hinweis zum Preisrahmen, wenn Sie einen nennen möchten. Eine Spanne oder ein Ab-Preis in Schweizer Franken gibt Interessierten einen Anhaltspunkt. Fahren Sie für Aufnahmen auch in andere Kantone oder Regionen der Deutschschweiz, lohnt sich ein kurzer Hinweis, dass Anreisekosten dazukommen können.
- Ein Kontaktweg und ein nächster Schritt in einem Satz. Dazu ein Hinweis, wie lange eine Antwort bei Ihnen üblicherweise dauert.
Nennen Sie die Sprachen, in denen Sie ein Shooting sicher begleiten können. «Deutsch und Englisch» hilft Interessierten mehr als «mehrsprachig», wenn genau diese beiden Sprachen zu Ihrem Angebot gehören.
Was Instagram gut übernimmt
- Aktuelle Arbeiten und kurze Einblicke in Ihren Alltag.
- Ihre Handschrift: Licht, Umgebung, Umgang mit den Menschen vor der Kamera.
- Kurze Hinweise, zum Beispiel auf freie Zeitfenster in einer Jahreszeit.
Zwei Dinge dazu. Bilder von Kundinnen und Kunden veröffentlichen Sie nur mit Einverständnis. Und prüfen Sie, wo in Ihrem Profil ein Link oder eine Kontaktmöglichkeit hinterlegt ist, damit niemand danach suchen muss.
Ein gedachter Weg
Fiktives Beispiel, keine gemessene Kundenreise. Jemand sieht ein Bild und findet es passend. Diese Person schaut ins Profil und sucht nach Ort, Angebot und einem Weg zur Anfrage. Sind diese Angaben leicht zu finden, kann die Person einschätzen, ob Ihr Angebot passt, und sieht, wie sie Kontakt aufnehmen kann. Fehlen die Angaben, muss sie zunächst weitersuchen oder nachfragen.
Das Beispiel hilft trotzdem, Lücken im eigenen Auftritt zu sehen.
Der Test auf dem Telefon
Gehen Sie den Weg einmal selbst, auf Ihrem Telefon:
- Profil öffnen. Steht dort, was Sie anbieten und wo Sie arbeiten?
- Dem Link folgen. Landen Sie auf einer Seite, die zur Anfrage passt?
- Scrollen. Wie lange dauert es, bis der Kontakt sichtbar ist?
- Eine Anfrage starten. Wie viele Schritte bis zum Absenden?
- Alles einhändig und bei Tageslicht. Noch lesbar?
Notieren Sie anschliessend die eine Stelle, an der es am meisten hakt.
Wann die bestehende Seite genügt
Nicht jede Fotografin und jeder Fotograf braucht eine neue Website. Wenn Ihre Seite auf dem Telefon lesbar ist, Ihre Arbeiten zeigt, die Region nennt und einen funktionierenden Kontaktweg hat, ist das Wichtigste vorhanden. Dann lohnt sich eher eine kleine Korrektur: eine veraltete Angabe, ein Formular, das zu viel fragt, ein fehlender Satz zum Ablauf.
Ich würde dort anfangen, wo Anfragen heute stehen bleiben. Wir beginnen mit einem klar abgegrenzten Anliegen. Dazu können eine Seite, ein Formular und der Ablauf nach dem Absenden gehören. Umfang und Kosten klären wir vorher.
Welche Felder sich für das Anfrageformular lohnen, steht im Artikel Fotoanfragen: Was gehört ins Formular?.
